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Rede zum Volkstrauertag am 13. November 2022 von Helmut Falkenberg


Aber ach, jeder Zoll den die Menschheit weiter rückt, kostet es Ströme von Blut - und, ist das nicht zu teuer? Ist das Leben des Individuums nicht vielleicht ebenso viel Wert wie das des ganzen Geschlechts? Denn jeder einzelne Mensch ist schon eine Welt, die mit ihm geboren wird und mit ihm stirbt. Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte.
Volkstrauertag Wanlo 13. Nov. 2022 Aber ach, jeder Zoll den die Menschheit weiter rückt, kostet es Ströme von Blut - und, ist das nicht zu teuer? Ist das Leben des Individuums nicht vielleicht ebenso viel Wert wie das des ganzen Geschlechts? Denn jeder einzelne Mensch ist schon eine Welt, die mit ihm geboren wird und mit ihm stirbt. Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte.
das stimmt für die Menschen die das Glück hatten ein sattes Leben gelebt zu haben und am Ende müde gestorben sind. Heute sind wir aber hier zusammen gekommen um jene zu gedenken die nicht alt starben, die ihr Leben noch nicht gelebt hatten.
Nach dem Verheerenden Weltkrieg 1914 bis 1918 in dem mehr als 5 Millionen Menschen ihr Leben verloren ,wurde ein Gedenktag , den heutigen Volkstrauertag, ins Leben gerufen der dann nach dem Missbrauch durch die Nationalsozialisten und dem 2. Weltkrieg von 1940-1945 mit verzehntfachten Todesopfern gegenüber dem 1. Weltkrieg ,Anfang der 50ziger Jahren im letzten Jahrhundert wieder auflebte und bis heute als Staatstrauertag begangen wird.
Wir gedenken der Menschen die im Krieg starben, auf dem Felde, an der Heimatfront, bei Bombenangriffen, bei Verfolgung weil man anders war, die falsche Religion oder Weltanschauung hatte in Gefangenschaft starben, verhungerten,oder während der Vertreibungen Opfer des Krieges wurden. Man kann es eigentlich gar nicht drastisch genug ausführen was in solchen kriegerischen Auseinandersetzungen geschieht. Es gibt nur noch wenige die all dies mit eigenen Augen gesehen und miterlebt haben. Die, die jenes erlebt haben glaubten so etwas nicht noch einmal erleben zu müssen, aber sie wurden enttäuscht als direkt vor unserer Haustüre in diesem Jahr nochmals solch ein >inferno< begann. Seit 1952 also 70 Jahre heißen Sätze wie "wir müssen alles tun um Kriege zu verhindern, wir müssen für den Frieden arbeiten, wir müssen Toleranz und Einsicht üben , arbeiten für Versöhnung und Verständigung mit ehemaligen Gegnern, müssen die Jugend aufklären über Fehler die damals gemacht wurden , lernen damit sie sich nicht wiederholen. Und,? Seit Jahren haben wir den Opfern der Kriege versprochen ; wir tun alles damit ihrTod nicht umsonst war, aber man hat das Gefühl " wir haben nicht aus den Fehlern gelernt! Ich glaube, der Mensch ist nicht so programmiert dass er aus seinen Fehlern wirklich lernt, die Wirklichkeit zeigt es uns ja jeden Tag. Ist es nicht so dass man sagen muss " wir haben versagt" Aber wie Schiller schon schrieb " noch am Grabe pflanzt der Mensch die Hoffnung auf" Nun sind wir wieder mitten in einer kriegerischen Auseinandersetzung, nicht direkt, aber wir spüren und fühlen die Konsequenzen Tagtäglich. Wir benötigen hochsensible Politiker die das rechte tun um zu verhindern dass wir uns nicht aktiv in ein Engagement hineinziehen lassen.
Auch wenn wir zweifeln sollten, ob unser Einsatz dem Frieden zu dienen von Erfolg gekrönt sein wird, stellen wir alle Zweifel Hintenan und erinnern wir uns:
Respekt ist der Grundstein einer friedlichen Gesellschaft, denn erst wenn man sein Gegenüber respektiert, erkennt man, dass sein Leben wertvoll und wichtig ist. Sobald Menschen das erkennen, sind sie nicht mehr blind für das Leid anderer und können nicht mehr darüber hinwegsehen. Respekt gilt nicht der Nationalität, sondern den Menschen. Durch Trauer können wir unseren Respekt zum Ausdruck bringen und zeigen, dass jedes verlorene Leben eines zu viel ist.
Im ersten Moment mag Trauer lähmend und erdrückend sein, doch selbst aus Trauer kann man Motivation zum Handeln schöpfen.
Nur wer Empathie empfindet, kann sich in jemanden hineinfühlen und entwickelt dadurch das Bedürfnis zu helfen und zu handeln.
Geben wir uns des Gedenkens hin an vergangenes Leid mit der Hoffnung dass wir auch die gegenwärtigen Probleme bewältigen.
"Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte" unter jedem? wenn sie denn einen haben, eine ganze Welt ? Nein, wohl eher Träume, Wünsche ,Ziele.
Jeder Grabstein ein ungelebtes Leben, vermeidbare Tode!

C /Helmut Falkenberg 13.11.2022* Mönchengladbach - Wanlo


DORFINTERESSENGEMEINSCHAFT WANLO e.V.
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